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November 1954:
Der “grüne Ritter” wird geboren. Eine alte Geschichte aus Osterfeld ist der Aufhänger für eine
symbolisierte Figur dem Grünen Ritter darstellend sowie für einen Orden, der heute noch zu den größten Auszeichnungen der GOK gehört. Neben dem Hoppeditz, dargestellt durch Jupp Machnik, und dem Prinzen Heinz I.
stand nun der “Grüne Ritter”, dargestellt durch Heinz Stevens, auf dem Podest des Marktplatzes Osterfeld.
In alter Zeit herrschte auf Burg Vondern das Geschlecht derer von Loe. Die Sage erzählt, daß Ritter
Wessel von Loe mit Ritter Johann von Galen Waffentreue beschworen hatte. Als seine Gattin auf tragische Weise zu Tode kam, lebte er mit seinem 4jährigen Töchterlein Jolant abgeschlossen von aller Welt hinter den
tiefen Wassergräben und starken Türmen in der Burg. Als aber sein Freund Johann von Galen hiervon erfuhr, machte er sich auf den beschwerlichen Weg und begehrte Einlaß. Die Zugbrücke fiel vor dem Waffengefährten und
beim Humpen erfuhr der von Galen, daß die Gemahlin seines Freundes über die verzauberte Waghalsbrücke gerannt war und nach drei Tagen aus der Emscher gezogen sein. Nun bangte Ritter Wessel um sein Töchterlein
Jolant. Johann von Galen wußte, daß gegen den Zauber nur Bräute gefeit waren. Er schlug seinem Freunde vor, das Kind auf der Stelle mit seinen beiden Söhnen Johann und Dietrich zu verloben. Sobald das Fräulein
15 Jahre alt geworden sei, könne sie einen der beiden Brüder wählen. Gern war Wessel von Loe damit einverstanden und gleich wurden Knechte geschickt, um den greisen Pfarrer von St. Pankratius zu holen, der den
Verlobungspakt segnete.
Als Jolant zur Jungfrau herangewachsen war, erwählte sie auf Wunsch der Väter den starken Johann zum
Bräutigam. Als sie aber in seinen Armen lag, schlug ihr Herz so stark für den jüngeren und schlanken Dietrich, daß sie den stärkeren verließ und sich Dietrich an die Brust warf. Entsetzen lähmte die Männer.
Johann forderte seinen Bruder Dietrich zum Zweikampf. Da trat Wessel von Loe zwischen die Brüder. Er meinte, daß Jolant noch im Banne des Zaubers läge und verlangte, daß sein Kind durch den Gang über die
Waghalsbrücke den Zauber breche und ihre Unschuld beweise. Als die Nacht gekommen war, verließ das Fräulein unbemerkt die Burg, rannte zum Fluß und tat mutig den Weg über die Zauberbrücke.
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